Besuch aus der Hölle: Lesung von Jens Schumacher

Am 08.11.2016 durfte ich die Autorenlesung von Jens Schumacher verfolgen, worüber ich sehr froh war, da ich selbst sehr viel lese. Sie fand für die Klassen 5 im großen Musiksaal in der 3. und 4. Stunde statt.

Anfangs waren die Schüler sehr aufgeregt und unruhig, doch es wurde schlagartig still, als der Autor sich vorzustellen begann. Er machte auf mich einen sehr freundlichen und humorvollen ersten Eindruck, der auch blieb. Er lockerte die Stimmung mit seiner unkomplizierten Art und einigen witzigen Bemerkungen. Jens Schumacher kommt aus dem Saarland und ist seit 20 Jahren Kinder- und Jugendbuchautor mit über 70 veröffentlichten Büchern und Spielen, wie zum Beispiel die Buchreihe „Der magische Stein“ (ab 7-8 Jahren) oder das Jugendbuch „Ambigua“. Er schreibt schon seit Klein auf Geschichten und veröffentlichte erstmals als Student eines seiner Werke, doch anfangs waren es nur Bücher für Erwachsene. Auch einige Sachbücher hat er veröffentlicht, worin beispielsweise erklärt wird, wie man einen essbaren Vulkan selbst macht oder wie man viereckige Tomaten züchten kann (darauf folgte eine Frage einer Schülerin: “Kann man denn auch dreieckige Tomaten züchten?“). Nicht nur Bücher hat er veröffentlicht, letztens hat er ein eigenes Fantasykartenspiel namens „Monsterpark“ rausgebracht, wo man verschiedene Monster unterschiedlicher Stärken für den König sammeln muss, da dieser einen neuen Zoo eröffnen möchte und ihm der alte langweilig geworden ist. Auch an den allen Schülern bekannten „Black Stories“ hat er Anteil.

Am Freitag stellte er sein Buch „Asmoduin“ vor. Darin geht es um eine witzige Geschichte mit dem kleinen Teufel Asmoduin, Urenkel des amtierenden Fürstkanzlers der Hölle und dem 14-jährigen übergewichtigen Außenseiter und Mathegenie Robert, genannt „Bob“. Eines Tages kauft Bob auf dem Trödelmarkt eine gruselige Holzmaske, die er sich ohne Bedenken in sein Zimmer hängt. Ihm fallen Zahlen auf der Stirn der Maske auf, die sich als Gleichung entpuppen. Als Rechengenie macht er sich gleich ans Werk und rechnet bis Mitternacht. Die Lösung ist 666, die uns allbekannte Zahl des Teufels. Es kracht, doch anfangs passierte nichts. Doch schon einen Tag später sucht ihn das Pech heim. So wird sein Projekt für den Kunstunterricht durch einen ekligen Schleimhaufen verunstaltet und als er eine Sammeltasse für seine Tante kaufen will, fällt einfach das Regal hinter ihm mit Porzellan und Tassen um, was ihm sehr viel Ärger einhandelt. Bob sucht sich Rat bei seiner Großmutter, woraufhin er den alten Mann Sektorian Sekundus besucht, der ihm eine Dämonenfalle gibt. Anscheinend hatte Bob mit dem Lösen der Gleichung einen Dämon beschworen. Der Junge lockt den kleinen Teufel mit Schokoriegeln unter seinem Bett an, der prompt in die Falle tappt. Dummerweise ist Asmodoin daraufhin an Bob gebunden. Dieser muss zu Bobs Übel ihn zur Schule begleiten, wo der Teufel nur Unheil anrichtet. Wie die Geschichte weitergeht und ob Asmoduin wieder in seine Heimat, die Hölle, zurückkehrt, erfahrt ihr in seinem Buch.

Durch Jens Schumachers authentische und fantasievolle Art vorzulesen, hörten alle Schüler (mir eingeschlossen) gebannt zu. Wir zuckten zusammen, als Jens plötzlich die kreischende Stimme der entsetzten Mutter nachmachte und lachten laut über das Stottern Bobs, die gelassene Großmutter oder als der Teufel mit seiner unnachahmlich quietschig-krächzenden lauthals schimpfte. Dadurch wurde die Geschichte erst so richtig lebhaft!

Die Erzählung bekommt ihr gewisses Etwas durch den temperamentvollen Charakter des kleinen Teufels, der ständig am Meckern und Fluchen ist und den eingeschüchterten Charakter Robert, der ein typischer „Losertyp“ ist. Der Autor hat sich außerdem sehr kreative Schimpfwörter einfallen lassen wie „Potz, Blitz und Pestilenz“ oder „Massenmord und Blitzkrieg “!

Am Schluss der aufregenden Veranstaltung konnten die Schüler noch Fragen über den Beruf des Autors, den Entstehungsprozess eines Buches und seinen Werken stellen und es gab noch eine Autogrammkarte für jeden.

Ich kann also eine Lesung von Jens Schumacher und sein Buch „Asmoduin“ sowie seine anderen Bücher nur weiterempfehlen, da die Handlungen so bildhaft dargestellt werden, dass man sich alles genauestens vorstellen kann. Es gibt auch schon zwei Fortsetzungen des Buches und der Autor hat schon eine Idee für das vierte Buch.

Sandra Schorr, 9d