Gedanken in der Corona(frei-)zeit

Beitragsbild: Entnommen aus pixabay.com

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Während der ganzen „Corona-Krise“ muss ich die ganze Zeit an ein Lied denken. Nämlich „It’s the End of the World as We Know It (And I Feel Fine)“ von der Alternative Rock-Band „R.E.M“, welches 1987 auf dem Album „Documents“ erschien. Denn ich finde: Ja, das ist das Ende der Welt wie wir sie kennen. Oder zumindest die Vorstufe davon.

Denn die Städte sind menschenleer, in Supermärkten sind Regale leergeräumt, Veranstaltungen finden nicht statt oder wurden verschoben. Ein solcher Zustand hat es in der ganzen Bundesrepublik so noch nicht gegeben. Beispielsweise wurde in Deutschland seit Ende des 2. Weltkriegs jede Fußballmeisterschaft ausgespielt. Man kann also sagen, wir erleben gerade etwas Historisches, was sich nachfolgende Generationen eventuell nur schwer vorstellen können. 

Dennoch sind die aktuellen Maßnahmen richtig, denn, wenn wir alle in unseren vier Wänden bleiben, bremsen wir die Ausbreitung des Virus. Was dazu führt, dass ein Zusammenbruch des Gesundheitssysteme vermieden wird. Deshalb nochmal der Appell: „Bleibt Zuhause!“ 

Doch auch wenn die Krise überstanden ist, wird Corona unsere Welt nachhaltigen prägen.
Denn es sind manchmal schlimme Katastrophen und Krisen, die die Menschheit zum Umdenken bewegen. Beispielsweise glaubte man ab der Mitte des letzten Jahrhunderts an die Zukunft von Nuklearenergie. Doch mit den Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima ging der Glaube an die Nuklearenergie verloren. Nach den unzähligen Abgasskandalen änderten einige Menschen ihre Einstellungen zum Auto. Einige dieser Leute interessieren sich heute für alternative Antriebe oder nutzen nun das Auto weniger. Also wenn der Mensch will, kann er sich ändern. 

Vielleicht werden wir nach der Corona-Krise erkennen, dass vieles, was uns selbstverständlich und normal erscheint, eben nicht selbstverständlich ist und ein wenig besonders. Eventuell werden wir dann das Treffen von Freunden oder den Spaziergang an einem herrlichen Frühlingstag mehr zu schätzen wissen. Es ist sogar gut möglich, dass der ein oder andere die Schule oder die Arbeit ein wenig vermisst. Denn eben dort trifft man die altbekannten Gesichter, mit denen man die besten Gespräche hat.

Natürlich sollte man auch aus der Zeit lernen. Falls es irgendwann wieder einen ähnlichen Fall gibt, wird man einiges verbessern können. Ein Beispiel wäre ein spezifisches Verfahren für Schulen und öffentliche Einrichtungen. Oder auch Lösungen und Verfahren, um grundlegende Dinge der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. 

Aber auch die erzwungene Pause kann man nutzen.
Dies fängt beim simplen Aufräumen oder Lernen an und reicht bis zum Erkennen von sich selbst. Was soll aus mir werden? Bin ich wirklich der, der ich sein will? Solche und ähnliche Fragen stellt man sich im Leben immer wieder. Und genau jetzt gibt es für jeden genug Zeit, darüber nachzudenken.
Dies wären einige positive Folgen, welche die Welt, wie wir sie kennen, verändern.

Aber auch andere negative Folgen sind denkbar.
Zum Beispiel, dass Menschen versuchen mit Gewalt Ressourcen zu bekommen. Was jetzt klingt wie eine Utopie, ist doch in gewissen Maßen schon Realität.
In Supermärkten werden Regale leergeplündert. Aus Angst wird in Übermaßen eingekauft. So wird aus der einen benötigten Milchtüte eben zwei ganze Kartons. Selbiges gilt auch für verderbliche Lebensmittel. Denn es besteht ja die Gefahr, dass morgen die Läden für lange Zeit schließen. Dies führt dazu, dass die Läden manche Produkte limitiert verkaufen. Oder aber man handelt aus Gier. Einige Menschen haben große Mengen von Schutzmasken aufgekauft und verkaufen diese nun für absurd hohe Preise. Andere klauten aus Krankenhäusern Desinfektionsmittel aus den dortigen Spendern. Diese Materialien fehlen Ärzten, um Patienten zu behandeln. Solche Tätigkeiten geben ein erschreckendes Bild über das Mitgefühl mancher Menschen ab.

Egal was nun aber letzten Endes auf uns zu kommt, die Welt, wie wir sie kannten, wird durch das Coronavirus in ihren Grundfesten erschüttert. Sobald die Krise vorbei ist, wird die Welt nicht mehr die sein, welche sie vor Dezember 2019 war.        

Max Opel, MSS 12