Interkulturelles Lernen im Englischunterricht

„Schule ohne Rassismus“ – unser Leitspruch – bedeutet nicht nur negativ die Ablehnung von Rassismus und jeder Form von Diskriminierung, sondern auch positiv Toleranz, Respekt und Offenheit. Um dieses Motto mit Leben zu füllen, haben wir uns im Englisch-Grundkurs der zwölften Jahrgangsstufe mit dem Thema „Religion in den Vereinigten Staaten“ beschäftigt. Hierzu haben wir nach intensiver Vorbereitung Vertreter zweier religiöser Strömungen, die in den USA sehr präsent sind, eingeladen.

Am Donnerstag, den 17.11.2016 besuchte uns eine Delegation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch bekannt als Mormonen. Sie haben ein Kirchengebäude in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Schule. Präsentiert wurden uns die Grundzüge des mormonischen Glaubens von vier jungen Erwachsenen, die zwei Jahre lang in Deutschland missionieren. Da Mormonen mit vielen Vorurteilen behaftet sind und auch wir nur wenige Fakten nennen konnten, waren ihre Erläuterungen erhellend. Beispielsweise ist die Polygamie seit 1890 abgeschafft. Mormonen glauben an die Offenbarung durch lebende Propheten, die Oberhaupt ihrer Kirche sind. Sie betrachten sich als einzig wahre christliche Kirche.
Am Mittwoch, den 23.11. kamen Senior Pastor James Goforth und seine Frau Lisa aus der Faith Baptist Church in Kaiserslautern zu uns in den Unterricht. Er betreut eine englischsprachige internationale Baptisten-Gemeinde, hauptsächlich bestehend aus US-Amerikanern. Die Baptisten sind eine evangelische, freikirchliche Konfession. Sie sind in den USA stark in den Südstaaten vertreten. Ein Hauptmerkmal des Baptismus ist die Ablehnung der Kindertaufe. Wie aber in jeder Freikirche können sich einzelne Gemeinden sehr stark voneinander unterscheiden; allgemeine Aussagen sind daher nur eingeschränkt möglich.
Die Besuche waren sehr interessant und haben uns Freude bereitet. Wir danken allen Referenten für ihr Kommen und ihre Geduld mit uns.
Durch die Gäste konnten wir uns noch einmal verdeutlichen, was Respekt und Offenheit in unserer Demokratie bedeuten.

Aaron Klaaßen,  MSS 12