Kultur in den eigenen vier Wänden

Beitragsbild: Simon Tritschler

Vielerorts liest man, dass das Kulturleben aktuell angesichts der Krise brachliegt. Was das Besuchen von Theater, Kinos, Opern und weiteren Stätten des kulturellen Lebens angeht, stimmt das – jedoch ermöglicht uns das digitale Zeitalter, dass die Kultur zumindest in den eigenen vier Wänden – in denen man ja nach Möglichkeit bleiben sollte – nicht brachliegen muss. Daher im Folgenden einige Kulturtipps für die eigenen vier Wände: 

Die Metropolitan Opera macht einige Aufnahmen von Opern für die Dauer der Krise kostenlos verfügbar – die Verfügbarkeit der Opern orientiert sich an einem Terminplan. Schaut dazu einfach auf der Homepage der Met vorbei: https://www.metopera.org 

Ihr möchtet eure englischen Sprachkenntnisse durch das Lesen von spannenden Magazinen aufbessern?

Das „Bridge Publishing House“ hat die Märzausgaben seiner Magazine inklusive Hörverstehen kostenlos verfügbar gemacht. Je nach eurem Sprachniveau (A0–B2) könnt ihr euch Materialien aussuchen: http://bphi.de/online-materialien-update-3/

Ihr möchtet euch mit Musik ein wenig entspannen und euch musikalisch weiterentwickeln? 

Für die faszinierende Kombination von kontemporären Musikstilen und dem Folk-Genre steht die US-amerikanische Künstlerin Rhiannon Giddens. 
Auf ihren Alben findet man ihre Interpretationen von Folk-Klassikern wie „Wayfaring Stranger“, aber auch eigene Werke wie „Better Get It Right The First Time“, welches mit einem stilechten Rap-Intermezzo von Justin Harrington musikalische Akzente setzt und durch seinen Kontrast zum eigentlichen Genre der Künstlerin, dem Folk, beeindruckt. 
Die Alben der Künstlerin sind auf sämtlichen gängigen Musikstreaming-Plattformen verfügbar sowie auf Vinyl und CD. 
Ein detailliertes Profil von Rhiannon Giddens, welches sich auch um das Genre des Folk an sich dreht, findet ihr hier: 
https://www.newyorker.com/magazine/2019/05/20/rhiannon-giddens-and-what-folk-music-means


Bleiben wir doch noch ein wenig beim Folk: Eine andere sehr bekannte Vertreterin dieses Genres ist Joan Baez
Ihr Name stand das erste Mal in den Zeitungen, als sie sich als 17-jährige Schülerin strikt weigerte, am „Civil Defense and Disaster Preparedness Drill“ teilzunehmen. Diese Luftschutzübung sah vor, dass sich die Schüler im Falle einer Eskalation des Kalten Krieges und eines drohenden Erstschlags sofort nach Hause zu begeben hatten und im Übungsfall so tun sollten, als würden sie von einer feindlichen Macht angegriffen. 
In der Nacht vor dieser Luftschutzübung stellte Joan mithilfe des Physik-Buchs ihres Vaters Berechnungen an, ob sich die Schüler tatsächlich rechtzeitig, bevor ein möglicher Erstschlag ihre Heimatstadt erreichte, nach Hause begeben konnten. 
Die Antwort der Berechnungen lautete: Nein. Die Schüler hätten es im „worst case“ unter keinen Umständen nach Hause geschafft. 
Somit stand für Joan fest, dass dieser Test Unsinn war – sie nahm als einzige Schülerin nicht teil, weigerte sich, ihren Platz zu verlassen und schaffte es in die Schlagzeilen der Lokalzeitung. 
Dieser Protest sollte der erste von vielen Protesten werden – bis heute bleibt sie die musikalische Wortführerin des Civil Rights Movement. 


Nun folgt eine kleine Zusammenstellung einiger Songs, die euch durch die unruhigen Zeiten begleiten können: 

Somewhere Over The Rainbow – Originalversion gesungen von Judy Garland in Der Zauberer von Oz

Sweet Dreams (Are Made Of This) – Eurythmics 

Break My Stride – Matthew Wilder 

Patience – Guns N’ Roses 

Außerdem seid ihr herzlich dazu eingeladen, in diesem Zusammenhang die Beiträge unserer Kategorie BurgKultur zu lesen.

Weiterhin könnt ihr euch jederzeit unter perspektive@burg-kl.de bei uns melden, falls ihr weitere Anregungen zu „Kultur in den eigenen vier Wänden“ oder dem gesamten Angebot unter „BurgActivity“ habt. 

Simon Tritschler, Chefredakteur