Nächstenliebe für jedermann: Wenig Aufwand und viel getan

— Ein Artikel von Ann-Sophie Hertel, MSS 11 —


Aufgrund der Corona-Pandemie kommt es nicht nur zu gesundheitlichen, sondern bei vielen Menschen auch zu finanziellen Problemen. Menschen verlieren ihre Arbeit oder viele dürfen erst gar nicht arbeiten, sodass sie kein oder ein geringeres Einkommen erhalten. Das Problem ist, dass es für diese Menschen aktuell wenig Unterstützung gibt. In früheren Zeiten konnten sich Menschen bei finanziellen Engpässen Unterstützung von den Hilfsorganisationen holen, beispielsweise von der „Tafel“ in Kaiserslautern, welche sie mit Lebensmittel versorgte. Deren Schließung war eine weitere Folge der weltweiten Pandemie.

Ein Gabenbaum im Innenhof der Stiftskirche

Aufgrund dieser Sachlage hat die protestantische Kirchengemeinde in Kaiserslautern das Projekt „Gabenbäume“ auf die Beine gestellt. Das Prinzip dahinter ist, dass wir Teile unserer Lebensmittel, Kosmetikartikel oder auch Tiernahrung, welche wir übrighaben, auf diesem Weg unseren Mitmenschen zukommen lassen, um etwas Gutes zu tun und sie dadurch in ihrer schwierigen Lage ein wenig zu unterstützen. Hierzu werden die Sachen in durchsichtigen Tüten verpackt und im Innenhof der Stiftskirche an den Gabenbäumen aufgehängt. Da die Tüten durchsichtig sind, können sich die Bedürftigen die Dinge wegnehmen, die sie benötigen. 
Die Nachfrage ist aktuell viel größer als die Bereitschaft zur Spende. Die Tüten sind schneller weg, als sie aufgehängt werden! 

Leider sehen die Gabenbäume nur selten so gut gefüllt aus

Wir leben in einer Welt, in der unser Konsum groß ist.  Es gibt viele Menschen unter uns, die nicht wissen, was Hungern bedeutet (und das nicht, weil sie zu viel in ihr Aussehen investieren, sondern weil das Geld bis zum Ende des Monats nicht für den Essenseinkauf ausreicht) oder auch, was es heißt, jeden Euro zweimal umzudrehen, weil man nicht genug verdient. 
Deshalb müssen wir uns die Frage stellen, ob wir nicht in dieser Situation diesen Menschen helfen sollten, sodass Nächstenliebe nicht nur ein Wort im Duden ist, sondern wir diese auch leben und zeigen können. 

Ann-Sophie Hertel, MSS 11

Beitragsbild: Entnommen aus pixabay.com

Bilder: Ann-Sophie Hertel