„Tochter des Zeus hinter heimischen Toren“

Welcher Lehrer hat nach all den Jahren immer noch eine Göttin in der Garage?

Töchter des Zeus gibt es viele. Artemis, Aphrodite, Athene. Die Liste lässt sich ziemlich lange führen. Aber, das mit einer „Göttin“ ein Kulturerbe der Autoindustrie aus den 1950er-Jahren gemeint sein könnte, das geparkt hinter den heimischen (nicht himmlischen!) Toren einer Garage steht, hört sich schon fast absurd an. Ist aber wahr. Um etwas präziser zu werden und um uns auch auf die Auskunft unserer Lehrkraft zu beziehen, die einen solchen Kulturschatz ihr Eigen nennt, legen wir euch die Modellbezeichnung des Automobil-Oldtimers „Citroën DS“ und die französische Aussprache von DS (=„la déesse“), was in deutscher Sprache „die Göttin“ bedeutet, für den Kontext zurecht. Sehr exotisch. Ein Auto mit himmlischem Bezug.

Nach diesem ganzen Götter-Geschwafel müsste man ja meinen, es wäre eine göttliche Offenbarung notwendig, um herauszufinden, wer im Eigenheim ein himmlisches Erbe parkt. Aber auch ohne eine göttliche Prophezeiung steht fest, dass unser Informatik-Genie Herr Jonietz stolzer Eigentümer der französischen Oldtimer-Legende ist!

Glück beim Autofahren schadet nie. Das dachte sich auch die Redaktion der Schülerzeitung und fragte Herrn Jonietz, ob er als Fahrer eines göttlich angehauchten Wagens schon einmal das Gefühl hatte, göttliches Glück zu haben. Tatsächlich gab es einmal eine kritische Situation an einer Kreuzung und die Motorhaube ist während der Fahrt plötzlich einmal aufgegangen. Beides überstand unser Informatiklehrer wohlauf – das Motorhauben-Ereignis hinterließ lediglich einen Blechschaden, der aber dank göttlicher Energiequellen schnell wieder verheilt ist.

Einen Aberglauben verfolgt Hr. Jonietz keinen, von einen der vielen Töchter des Zeus beobachtet zu werden, gehört nicht zu seinem Glaubensspektrum. Da wär aber jemand im Himmel ganz schön böse, wenn einer in der dreißiger-Zone fünfunddreißig fährt, die göttliche Segnung des Oldtimers wäre in jedem Fall dahin.

Was aber auf jeden Fall feststeht, dass es zumindest Teil der griechischen Göttermythologie ist, seinen angepriesenen Göttern Opfergaben zu überlassen. „Opfergaben im klassischen Sinn bekommt meine Göttin nicht“ – so Herr Jonietz. Klar, wär ja auch viel zu altbacken für einen Informatik-Lehrer, der mit den ganzen Nullen und Einsen die Zukunft unserer Welt beherrscht und bestimmt, nämlich das digitale Wesen. Aber Öl, Chrompolitur, Lederpflege und Kontaktfett hat laut Aussage des Informatik-Lehrers seinem himmlischen Erbe hinter Eigenheim-Toren nie geschadet.

 

Simon Tritschler, Klasse 9a

Foto: Göttinnenfoto aus dem Privatbesitz von Herrn Jonietz

Ein Gedanke zu „„Tochter des Zeus hinter heimischen Toren“

  • 10. März 2018 um 9:56
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    Toller Artikel, wirklich kreativ und witzig!

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