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Der Schatten im Fenster

Es war ein Freitagabend im November, als ich allein zu Hause war. Meine Eltern waren bei Freunden und ich sollte eigentlich schon schlafen. Draußen regnete es stark und der Wind pfiff um das Haus. Ich lag in meinem Bett und schaute Videos auf meinem Handy, als ich plötzlich ein Geräusch hörte.

Es klang, als hätte jemand unten die Haustür geöffnet.

Zuerst dachte ich, meine Eltern wären zurückgekommen. Doch dann fiel mir ein, dass sie ihre Schlüssel immer laut auf den kleinen Tisch im Flur legten. Diesmal hörte ich nichts.

Ich nahm mein Handy und schaltete die Taschenlampe ein. Langsam ging ich die Treppe hinunter. Bei jeder Stufe knarrte das Holz. Unten angekommen, sah ich, dass die Haustür noch abgeschlossen war.

„Hallo?“, rief ich leise.

Keine Antwort.

Ich wollte gerade wieder nach oben gehen, da bemerkte ich etwas Seltsames. Im Wohnzimmer stand das Fenster offen, obwohl ich ganz sicher war, es geschlossen zu haben.

Plötzlich vibrierte mein Handy. Ich bekam eine Nachricht von meiner Mutter.

„Wir bleiben heute länger. Bist du allein zu Hause?“

Mir wurde ganz kalt. Ich wollte gerade antworten, als eine zweite Nachricht kam.

„Egal, was du hörst, mach auf keinen Fall die Tür auf.“

In diesem Moment hörte ich Schritte von oben.

Langsam drehte ich mich um. Die Treppe war leer, aber die Schritte wurden immer lauter.

Dann hörte ich eine Stimme aus meinem Zimmer.

Meine eigene Stimme.

„Du kannst wieder hochkommen. Ich bin jetzt weg.“

Ich rannte aus dem Haus und rief die Polizei.

Am nächsten Morgen fanden die Beamten im Haus keine einzige Person. Nur mein Handy lag auf meinem Bett.

Darauf war eine letzte Nachricht gespeichert.

Sie kam von meiner eigenen Nummer.

„Warum bist du weggelaufen?“

Alexander Bernwald, Klasse 9b