„Doch ist nicht Hassen, sondern Lieben mein Grundprinzip“ – Die Burg liest, spielt und singt

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Der große Musiksaal unserer Schule füllte sich am 27.09. wieder einmal bis zum Anschlag: Die Burg las, spielte und sang mittlerweile zum siebten Mal! Solch einen Abend, dessen Programm von talentierten Dichtern, Musikern, Vorlesern, Schauspielern und Magiern bestimmt wird, bleibt im Gedächtnis. Neue Talente werden gefördert, bestehende Talente werden ausgebildet und weiterentwickelt – „Die Burg liest, spielt und singt“ ist das Format der Talente an unserer Schule. 

Man lud an jenem Donnerstag um 19.00 Uhr ein – Gerhard Hollstein, der Deutschlehrer mit Stil, sollte die Zuschauer auf ein Neues als Moderator durch die Show führen, wie immer gemeinsam mit Ophélie Bestari an seiner Seite! 

Direkt zu Beginn der gut besuchten Show tauchte man in die französische Liebesmelancholie ein. Ja, die Franzosen können das mit der Liebe immer noch am besten: Obwohl das gesungene Stück größtenteils auf Deutsch war! Es handelte sich nämlich um den geliebten Hit „Je ne parle pas français“ von Namika –  gesanglich performt von Xenia Riexinger und pianistisch begleitet von Fenja Schmidt am Klavier. Xenia und Fenja sorgten dafür, dass die französisch angehauchte Liebe stimmungsvoll beim Publikum aufgenommen wurde. Einen Namen haben sich die Zwei für ihr Duo auch schon einfallen lassen: „Fenx“ nennt sich das Popduo! 

Anschließend bekam das Publikum das Gedicht „Ach“ von Robert Gernhardt dargeboten von Tim Marioneck. Tim konnte hier beim Publikum punkten: Die in dem Gedicht groteske und humorvoll niedergeschriebene Umschreibung des Todes ließ manch einen in die Poesie des Lebensabends eindringen. 

Nun kam dem Initiator des Show-Formates ein Auftritt zu: Gerhard Hollstein führte das Publikum mit einer schauspielerischen Darbietung eines antiken Dramas des Tradögdiendichters Sophokles in die alten Mythen der Griechen. Besonders beeindruckend war hier die schauspielerische Dynamik des Deutschlehrers: Er verkörperte in den Akten des Dramas mehrere verschiedene Charaktere, so unter anderem Polyneikes, Kreon und Haimon. Deutlich gemacht wurden die Rollenwechsel dem Publikum durch den anhaltenden Wechsel der Kopf- und Halsbedeckungen; jede Verkörperung der Personen im Schauspiel trug ein anderes Accessoire. So konnte man dem Schauspiel gut folgen und dem Eintauchen in die griechische Mythologie, gemeinsam mit Schauspieltalent Gerhard Hollstein, war keine Grenzen gesetzt. 

Die Burg liest, spielt und singt – aber nicht ohne Daniel Giebelhaus! Bei dieser Auflage der Show durfte sich das Publikum vom Musiktalent D. Giebelhaus in die schier unendliche Sentimentalität des Stückes „Hallelujah“ von Leonard Cohen entführen lassen. Bei der Performance des Stückes spielte Daniel an der Gitarre und sang zugleich: Er trifft die Töne in beeindruckendem Maße und spielt die Gitarre, als wäre sie instrumentalisch mit ihm verschmolzen! Diese Gedanken gingen einem durch den Kopf, als man das Musiktalent mit Zukunft spielen und singen hörte. Die Sentimentalität dieser Aufführung blieb an jenem Abend unübertroffen.

Auch Wiedererkennungswert hat mittlerweile Mohamad Khalaf in unserem Show-Format: Er verzauberte uns auch dieses Mal wieder mit einigen seiner Karten-Zaubertricks, die beim Publikum allseits für Begeisterung sorgten. 

Man kann sagen, die Show-Abende der Burg wirken wie ein Magnet auf musikalische Talente: Anna Konstanzer bereicherte uns anschließend mit einer Darbietung Johann Sebastian Bachs. Klangvoll und melodisch entführte uns Anna in die Tiefen der Barockmusik; ihre Darbietung sorgte für den klassischen Musikakzent des Abends der Talente. 

Kreativ und zugleich kriminalistisch versiert ging es im nächsten Programmpunkt zu: Mit ihrem selbstgeschriebenen Krimi, den Phoebe Mogalle dem Publikum mit ihrer talentierten Vorlesestimme präsentierte, regierten Spannung und kriminalistisches Vorausdenken für einige Minuten den großen Musiksaal. Im Krimi selbst ging es um die Aufklärung eines durch und durch mysteriösen Mordfalls – bei der Aufklärung des Mordes am Ende der Darbietung gab es doch einige recht staunende Gesichter in den Reihen des Publikums, denn die Vorleserin wusste die Spannung bis zum Höhepunkt am Ende zu halten und anschließend geschickt aufzulösen. Besonders die sprachlichen Umschreibungen und Ausschmückungen lassen einen diese Aufführung nicht so schnell vergessen.

Als Abschluss und zugleich Höhepunkt der Show „Die Burg liest, spielt und singt“ kam Lennart Kira, gemeinsam mit seiner Freundin Joanna Helbig und dem Schlagzeuger Johannes auf die Bühne – das Publikum stand vor einer rhythmischen Darbietung des Stückes „Bennie and the Jets“ von Elton John. Die Darbietung ist nicht ohne Grund mit dem Adjektiv „rhythmisch“ versehen: Das Werk des weltweit gefeierten Musikpioniers Elton John ist rhythmisch anspruchsvoll. Mit den für Elton John charakteristischem Accessoires, einer sternförmigen Sonnenbrille und einem Hut, begab sich Lennart Kira an den Flügel, seine Freundin übernahm mit Lennart den Gesang und Johannes Knickel begleitete das Stück rhythmisch unterstützend am Cajon. Das Trio lieferte einen überragenden Auftritt: Die Komplexität des Stückes wurde von Lennart und Johannes am Piano bzw. Cajon gemeistert und kompensiert. Joanna vervollständigte das Zusammenspiel mit ihrer hellen und klaren Gesangsstimme, die man, da bin ich mir sicher, in Zukunft noch öfter zu hören bekommt. Und das nicht nur, wenn die Burg mal wieder liest, spielt und singt! 

Die Mitwirkenden und Organisatoren freuen sich darauf, Sie am 24. Januar 2019 zur nächsten Auflage der Show „Die Burg liest, spielt und singt“ zu begrüßen!

Simon Tritschler, 10a