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Immaterielles Kulturerbe: Die Fallas von Valencia

Die Fallas von Valencia wurden 2016 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt, da sie eine einzigartige kulturelle Tradition sind, die kollektive Kreativität, Handwerkskunst und Gemeinschaftsstolz widerspiegelt.
Die Fallas (gesprochen: „Fajas“) finden jährlich vom 14. Bis 19. März in Valencia, der drittgrößten Stadt Spaniens, aber auch in anderen Städten und Gemeinden der Comunidad Valenciana statt. Der Name bezieht sich auf die gleichnamigen teils gebäudehohen Figuren aus Holz, Styropor und Pappmaché, die von eigens hierfür engagierten Künstlern innerhalb eines Jahres gebaut und am letzten Tag der Feierlichkeiten – dem Josefstag – verbrannt werden. Die Tradition entwickelte sich bereits im 18. Jahrhundert, als die Zimmerleute zu Beginn des Frühlings die Holzständer, die sie im Winter zum Halten der Öllampen genutzt hatten, sowie unbrauchbare Holzreste zu Ehren ihres Schutzheiligen in den Straßen verbrannten. „Falla“ kann auch mit „Fehler“ übersetzt werden, weshalb die einen sagen, dass der Name darauf bezogen ist. Andere leiten ihn vom lateinischen „facula“ ab, was „Fackel“ bedeutet.
Irgendwann fing man an, die Holzreste mit Kleidung zu dekorieren und „Puppen“ zu gestalten. Das erste Ninot (so nennt man die einzelnen Figuren, aus denen eine Falla zusammengestellt ist) war geboren. Mit der Zeit wurden die Figuren immer größer und aufwändiger und man begann, Preise zu vergeben. Mittlerweile ist um die riesigen Figuren eine einwöchige rauschende Party entstanden, mit Feuerwerken bei Tag und Nacht, viel Musik und Umzügen in den Straßen, und überall sieht man die Falleros und Falleras (die Mitglieder eines Fallas-Vereins) in traditioneller Tracht.
Im Jahr 1934 gab es erstmals eine Ausstellung El Ninot, bei der die Besucher die schönste Figur wählen konnten. Diese wurde „begnadigt“ (ninot indultat). Seitdem wird jedes Jahr ein Ninot gewählt, das statt mit seinen Brüdern und Schwestern in Flammen aufzugehen, ins Fallas-Museum einziehen darf.

In unserem Projekt haben wir versucht, den „Geist der Fallas“ an die Burg zu holen, indem wir – einzeln, in Partnerarbeit oder zu dritt – selbst kleine Figuren aus Pappmaché hergestellt haben. Dieser Prozess war sehr spannend! Es wurde gelacht, diskutiert, manchmal ein wenig gestritten, dann wieder geschwiegen, ursprüngliche Ideen über den Haufen geworfen und mit insgesamt viel guter Laune an den Werken gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: insgesamt 7 Figuren sind entstanden, manche kleiner, manche größer aber alle einzigartig. Am Präsentationstag werden wir ebenfalls eine kleine Ausstellung veranstalten, bei der auch ein Ninot indultat gewählt werden kann. Da wir aber nicht von klein auf mit dieser skurrilen Tradition aufgewachsen sind und etwas mehr unsere Umwelt im Hinterkopf haben, werden wir unsere Figuren nicht verbrennen – maximal Fotos von ihnen 😉

Text und Fotos: Myriam Vogel-Blüher