„What fools these mortals be!“ -Erneuter Besuch des Pheonix Theatre am Burggymmasium
Am 21.11 hatten wir wieder die Ehre, vom Pheonix Theatre aus Großbritannien begrüßt werden zu dürfen. Die Aula war voll bepackt mit Schülern aus dem Englischunterricht, sogar eine große Anzahl von Lehrern setzte sich hinzu. Das mit zwei anderen Schauspielern (Isabel Sanchez, Matthew Steven-James) besetzte, aber genauso großartige Stück war diesmal Shakespeare’s „A Midsummer Night’s Dream“, eine bekannte Komödie über die Schwierigkeiten der Liebe, welches im alten Athen spielt (natürlich auf Englisch). Darin verwickeln sich mehrere Liebhaber am längsten Tag des Jahres mit der Feenwelt.
Alle, welche das Stück „Macbeth“ [vom letzten Jahr] miterlebt hatten, waren gespannt, ob die Truppe nochmals ihre eigenen „Schauspieler“ auswählen und auf die Bühne bringen würden. Bei den besonders für verschiedene Altersgruppen zugeschnittenen und adaptierten Stücken ist es die Besonderheit der Pheonix Theatre, Schüler das Stück „miterleben“ zu lassen.
Es erweis sich als aüßerst lustig, als die Besatzung hochgerufen wurde: Die „zierlichen Mädchen“ waren in Wirklichkeit doch nicht so zierlich, die Schauspieler fanden sich aber im Laufe des Stücks ein.
Es fing alles relativ simpel an: Theseus, der Hippolyta bald heiraten wird, möchte die Hand seiner Tochter Hermia an den Sohn von Egeus, Demetrius, geben. Diese ist aber schon in Demetrius‘ Bruder, Lysander, verliebt. Als Egeus die Heirat von Hermia und Lysander nicht zulässt, beschließen die beiden, in den Wald außerhalb der Stadt zu fliehen. Mittlerweile ist Helena, die beste Freundin Hermias, in Demetrius verliebt, dieser erwidert ihre Liebe jedoch nicht. Als Demetrius Hermia nachgeht, folgt Helena.
Nun wird es etwas komplizierter: Oberon, der König der Feen, streitet sich mit seiner Frau Titania. Da sie ihm einen Gefallen nicht tun will, möchte er sich rächen: Er schickt seinen Diener, Robin Goodfellow, los, um eine „Liebesblume“ zu finden, um sie zu verzaubern. Nebenbei möchte er die Probleme der vier Liebhaber lösen: Demetrius soll sich in Helena verlieben. Robin wird also beauftragt, den Saft der Blume auf die Augen des Titania und des Demtrius zu spritzen, währdend sie schlafen, sodass sie sich in den ersten Menschen verlieben, den sie sehen. Für Titania soll dies ein Mann mit Eselskopf sein, für Demetrius Helena. Bei Titania klappt dies mühelos.
Leider begeht Robin einen Fehler: Anstatt Demetrius zu verzaubern, wird der Liebessaft auf Lysander gespritzt, der mit Hermia im Wald ein Nickerchen macht. Wer ist aber da, um ihn zu wecken, außer die liebeskranke Helena? Nun gerät alles aus den Fugen und es ist an den Feen, um alles wieder gut zu machen. Am Ende soll alles den Anschein eines Traums haben…
Alle hatten einen großen Spaß und die Aufführung wurde mit Erfolg gekrönt.
Am Ende gab es eine kleine Fragenrunde, in dem man die zwei Schauspieler (dieses Jahr Isabel Sanchez, Matthew Steven-James) über alles rund um das Theater auslöchern konnte. Mit ihren variantenreichen Rollen als Oberon, Titania, Robin, und Bottom (der den Eselskopf verpasst bekommt), sowie „Madam Quince“, welche anlässlich der Hochzeit von Theseus und Hippolyta ein grässliches Theaterstück aufführen, brachten sie reichlich Gelächter und Applaus ein.
Q=Frage, A=Antwort (Auswahl)
Q (vor der Vorstellung): Wie fühlen Sie sich vor der Vorstellung? (Zu Isabel)
A (Isabel): Wenn du die Nervosität meinst, dann fühle ich mich gar nicht nervös. Wir führen dieses Stück schon eine Weile auf, das kommt meist nur vor großen Premieren. Außerdem spielen wir beide Theather schon seit der Kindheit.
Q: Seit der Kindheit?
A (Isabel): Ja, bei uns gab es schon in der Schule den Theater („Drama“) als Unterricht, in Großbritannien und in der USA. Ich bin aus der USA, Matthew aus Großbritannien. Da haben sie das auch. Bei mir gab es Theater auch als AG. Da habe ich mitgemacht und es hat mir richtig Spaß gemacht. Jetzt ist es zur Karriere geworden.
Q (nach der Vorstellung): Wo wohnt ihr, wenn ihr zu uns kommt?
A (Matthew): Wir wohnen manchmal in der Nähe von Darmstadt, wenn wir in Deutschland sind, diesmal heißt die Stadt Worms, obwohl es für uns wie „worms“ aussieht. (lacht) Wenn wir unterwegs sind, bleiben wir in Hotels oder Airbnbs.
Q: Wie viele Aufführungen macht ihr im Monat?
A: Also pro Tag machen wir ungefähr drei Aufführungen, in der Woche also ungefähr 15. Umgerechnet sind das also ca. 60 im Monat. Wir haben immer jeweils fünf Stücke, welche wir aufführen, alle für verschiedene Altersgruppen.
Q: Was ist euer Lieblingsstück aus den fünf, die ihr aufführt? Ist es „A Midsummer Night’s Dream“?
A (Matthew): „Macbeth“ wäre wahrscheinlich meine Nummet eins, wobei ich sagen muss, dass „A Midsummer Night’s Dream“ mittlerweile zu einem meiner Lieblingsstücke geworden ist im Zuge der Aufführungen.
(Isabel): Für mich macht „A Midsummer Night’s Dream“ sehr viel Spaß, besonders als ich einmal Hermia sein durfte. Meine Lieblings-Shakespeare-Stücke wären sonst „The Taming of the Shrew“ oder „Twelth Night“.
Q: Was ist im Gegenzug das Stück, was ihr am wenigsten mögt?
A: Wir mögen beide wahrscheinlich „Earnest“ am wenigsten, weil man sich sehr oft mit wenig Zeit umziehen muss. Die kleinen Kinder brauchen auch manchmal mehr Unterstützung als sonst mit dem Englisch. Es wäre aber unfair zu sagen, dass es das „schlimmste“ Stück wäre, weil alle Aufführungen sehr viel Spaß machen. Die Audienz ist auch wirklich süß.
Anne Reese 13
