Demokratietag der neunten Klassen: Demokratie bei s‘ Paffe!

Um das Grundgerüst unserer Verfassung und somit folglich der Bundesrepublik Deutschland drehte sich alles am Mittwoch, den 30. Mai für die NeuntklässlerInnen unserer Schule: Die Demokratie. Wer jetzt denkt, wir haben uns mit verfassungsrechtlichem Gedöns einen ganzen Tag lang beschäftigt, liegt falsch. Es wurde ein viel besserer Weg gefunden, unsere ehrbare Staatsform zu würdigen. Es handelt sich um nichts Geringeres, als um die Besichtigung des ehemaligen Pfaff-Geländes, das im stadtpolitischen Raum unsere Demokratie vielfältig veranschaulicht: Von der Frage „Was soll mit dem Pfaff-Gelände passieren?“ wird man der Zeitung nicht selten verfolgt. Dank des Demokratietages und der damit verbundenen Besichtigung des Pfaff-Geländes konnten wir uns Schüler nun auch eine Meinung bilden, was mit dem ehemaligen Werksgelände einmal geschehen soll.

Gegen 8 Uhr brachen wir gemeinsam zum Pfaff-Gelände auf, um dort eine ausführliche Besichtigung anzutreten. Direkt zu Beginn wurden wir von Frau Dr. Krell, einer Mitarbeiterin der Pfaff-Entwicklungs-Gesellschaft (PEG), empfangen. Zuerst ging es, bewaffnet mit unserem Smartphone-Taschenlampen, auf einen kleinen Trip in die Katakomben: Hier war Gruselstimmung angesagt! Nachdem wir den Untergrund des ehemaligen Pfaff-Werkes genauer erforscht hatten, wurden wir durch einen ehemaligen Lagerkeller wieder an die Oberfläche geleitet. Als wir dort, zurück an der Oberfläche, die Eisenbahnlinie genauer unter die Lupe nahmen, die den Pfaffianern damals eine gute Möglichkeit bat, einfach und schnell ihren Arbeitsplatz zu erreichen, sowie dem Transport von Fabrikutensilien diente, besichtigten wir ein ehemaliges Verwaltungsgebäude, von dessen oberer Etage aus man einige Impressionen vom gesamten ehemaligen Werksgelände einfangen konnte. 

Siehe hier:

Danach ging es zum ehemaligen Speisesaal, indem zur aufstrebenden Zeit der Firma Pfaff in etwa 4-5 Tausend Fabrik- und Verwaltungsarbeiter täglich speisten. Dort wurde uns dann ein ca. 45 Minuten langer Dokumentationsfilm über die Firma Pfaff gezeigt, der die Entstehung, die Hochzeit und den Niedergang des einstigen Riesenkonzerns ausführlich dokumentierte und für uns Schüler durchaus informativ war. Anschließend an den Film ging es gemeinsam zu einer Diskussionsrunde mit Herrn Krehbiel, der als Pfaffianer bis „zum Schluss“ hin im Unternehmen arbeitete. Nachdem Herr Krehbiel unser schon vom Film erlangtes Wissen mit seinen Erfahrungen, die er sich durch jahrelange Arbeit bei Pfaff errungen hat, ergänzte, hatten wir zum Abschluss der Diskussionsrunde  noch die Chance, dem ehemaligen Pfaffianer einige Fragen zu stellen. Hier kam man unter anderem auf die Bezahlung der Arbeiter beim Nähmaschinenfabrikanten zu sprechen, die sich in 5 Gruppen unterteilte: Desto höher die Gruppennummer, desto höher die Qualifikation und somit die Bezahlung. Nachdem wir alle unsere Fragen an Herrn Krehbiel losgeworden waren, ging es auf den gemeinsamen Rückweg zurück zur Schule.

Wir danken den Lehrkräften, den Organisatoren und natürlich besonders Herrn Krehbiel für einen informativen Demokratietag, der uns die Bedeutung der ehrbaren Staatsform der Bundesrepublik, auf die wir alle stolz sein sollten, auf lokaler Ebene in unserer Stadt auf gelungenem Wege veranschaulichte. 

Simon Tritschler, Klasse 9a

Fotos: © Lea Brenk, Simon Tritschler