Der wahre „Black Friday“ und seine Bedeutung

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Es ist jedes Jahr das gleiche Bild: Am ersten Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest „Thanksgiving“ werden wir durch den sogenannten „Black Friday“ dazu animiert, uns mit zu diesem Anlass reduzierten Konsumgütern einzudecken. Doch eigentlich hat der „Schwarze Freitag“ eine ursprünglich andere Bedeutung, die nicht im Geringsten etwas mit Kaufrausch oder Sonderrabatten zu tun hat.

Der „Black Friday“ tauchte in Deutschland 2006 zum ersten Mal auf, als der amerikanische Hard- und Softwareentwickler „Apple“ eine Rabattaktion startete. Im Laufe der Zeit folgten weitere Unternehmen und seit knapp zehn Jahren werden diese Rabattaktionen als „Black Friday“ bezeichnet. Doch ursprünglich war ein „Schwarzer Freitag“, ein Ausdruck für Unglücke, die an einem Freitag geschehen waren. Schon im antiken Rom wurde ein Unglückstag als „dies ater“ („Schwarzer Tag“) bezeichnet. Später fügte man auch noch den -Wochentag- hinzu. In näherer Vergangenheit wurden einige Ereignisse als „Schwarzer Freitag“ bekannt. Zum Beispiel das „Unglück von Eyemouth“: Am 14. Oktober 1881 starben an der schottischen Ostküste 189 Fischer wegen eines plötzlich auftauchenden Orkans. Die meisten Opfer stammten aus der schottischen Hafenstadt Eyemouth. Auch der 18. November 1910 wird als „Schwarzer Freitag“ bezeichnet, weil an diesem Tag eine Frauenwahlrechtsbewegung unter der Leitung von Emmeline Pankhurst, einer einflussreichen, englischen Frauenrechtlerin des frühen 20. Jahrhunderts, während eines Demonstrationszuges in London von Polizei und Frauenwahlrechtsgegnern angegriffen wurden. Viele der Frauen wurden eingesperrt oder schwer verletzt, manche von ihnen erlagen einige Tage darauf ihren Verletzungen. Ein weiterer relativ bekannter Vorfall, der in die Geschichtsbücher einging, war der Zusammenbruch der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929, der zur Weltwirtschaftskrise führte. Da der 25. Oktober ein Donnerstag war, wird er als „Black Thursday“ bezeichnet. Wegen der Zeitverschiebung fiel dieser Tag aber in Deutschland auf einen Freitag.

Auch im Zusammenhang mit den Terroranschlägen am 13. November 2015 in Frankreich wurde von Medien der Begriff „Schwarzer Freitag“ verwendet. 

Da der Begriff „Black Friday“ und seine Übersetzung, von den meisten Menschen schon mal gehört wurde, aber nicht jeder damit ein Unglück oder einen Trauertag verbindet, verwendet die Werbeindustrie den Begriff wegen seiner Bekanntheit. Eigentlich ist es widersprüchlich, einen Tag für Warenkonsum mit einem Begriff zu bewerben, der mit dem Tod von Menschen zusammenhängt. Was wohl auch ein Grund dafür sein könnte, dass manche Firmen mittlerweile mit alternativen Begriffen werben.

Max Opel, MSS 13