Die Burg begegnet…Flucht und Asyl

Im Rahmen der Projekttage führte das Projekt # 11 „Die Burg begegnet… Flucht und Asyl“ Interviews mit Schülerinnen des BurgGymnasiums, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind. Die fertigen Interviews könnt ihr hier lesen:

Interview Nr. 1 mit Malak Al Sharoaa, MSS 12

Jana: Wie heißt du?
Malak: Ich heiße Malak.
Jana: Und wie alt bist du?
Malak: Ich bin 18 Jahre alt.
Jana: Seit wann bist du in Deutschland?
Malak: Ich lebe seit 2 Jahren in Deutschland.
Jana: Und aus welchem Land und welcher Stadt genau kommst du?
Malak: Ich komme aus Syrien, aus Daraa, einer Stadt im Süden.
Jana: Und wie bist du hierhergekommen?
Malak: Ich bin in den Libanon gefahren und dann von dort mit dem Flugzeug nach Deutschland geflogen.
Jana: Wie lange hat die Reise gedauert?
Malak: Ich denke ich habe 2 oder 3 Stunden gebraucht.

Jana: Bist du alleine hierhergekommen?
Malak: Nein, ich bin mit meiner Familie gekommen.
Jana: Und wo wohnst du jetzt?
Malak: Ich wohne hier in Kaiserslautern, auf dem Betzenberg.
Jana: Als was arbeiten deine Eltern?
Malak: Meine Mutter war Lehrerin in Syrien. Mein Vater ist noch in Syrien, da er dort ein Krankenhaus leitet. Er bleibt noch dort, weil er den Menschen helfen will. Er hat gesagt, wenn der Krieg zu Ende ist, kommt er auch nach Deutschland.
Jana: Also arbeitet deine Mutter hier nicht?
Malak: Nein, sie macht einen Deutschkurs, aber danach will sie sich eine Arbeit suchen.
Jana: Hast du hier schon Freunde gefunden?
Malak: Noch nicht so viele, in der Klasse kaum, aber ich habe eine Nachbarin, die auch aus Syrien kommt.
Jana: Welche Fremdsprachen wurden an deiner Schule in Syrien unterrichtet?
Malak: An meiner Schule konnte man Englisch, Französisch und Russisch lernen.

Jana: Und welche von diesen Sprachen hast du gelernt?
Malak: Ich hatte Englisch- und Französischunterricht, aber seit ich angefangen habe, Deutsch zu lernen, kann ich kein Französisch mehr.
Jana: Aber Russisch hast du nicht gelernt?
Malak: Nein, aber ich habe außerhalb der Schule ein bisschen Koreanisch gelernt.
Jana: Aus welchen Gründen bist du aus Syrien geflohen?
Malak: Ich bin wegen dem Krieg geflohen. Ich habe mit meiner Familie in einer Region gewohnt, in der es viele Anhänger von Al-Assad gab, obwohl ich lieber in einer Region gewohnt hätte, in der Al-Assad Gegner wohnen. Aber in diesen Bereichen gab es keine Schulen und ich wollte zur Schule gehen. Aber die Lage wurde schlimmer, die Lebensmittel wurden teurer. Viele Menschen, die ich kannte, sind gestorben. In meiner Region wurden viele Leute festgenommen und es war gefährlich.
Jana: Warum bist du nach Deutschland geflohen und nicht in ein anderes Land?
Malak: In Deutschland hat man viele Chancen, ein neues Leben anzufangen. Aber in Ländern wie zum Beispiel der Türkei, Jordanien, im Irak oder Libanon möchte ich nicht leben. Im Irak ist man ständig bedroht durch den IS. Und in den arabischen Ländern will man uns nicht aufnehmen, weil wir aus Syrien sind. Außerdem kann man in diesen Ländern nicht zur Schule gehen. Ich habe eine Freundin, die in der Türkei lebt, aber sie konnte nicht zur Schule gehen und jetzt ist sie schon verheiratet. Und sie ist erst 19. Aber in Deutschland ist das besser, ich kann zur Schule gehen, habe ein Haus, meine Familie ist bei mir und hier gibt es keinen Krieg.

Jana: Was ist für dich am Schwierigsten in Deutschland?
Malak: Die Sprache. Ich habe keine anderen Schwierigkeiten in Deutschland, ich habe alles, was ich brauche. Aber wenn man die Sprache nicht kennt, ist es sehr schwierig, sich zurechtzufinden.
Jana: Wie wurdest du hier aufgenommen?
Malak: Von den meisten Deutschen wurde ich sehr freundlich empfangen und sie waren nett zu mir.
Jana: Wurdest du schon mit Fremdenfeindlichkeit konfrontiert?
Malak: Nein, ich habe in dieser Richtung noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Jana: Hättest du dir das Leben in Deutschland so vorgestellt oder ist es besser oder schlechter?
Malak: Wenn ich die Situation in Deutschland mit der Situation in Syrien vor dem Krieg vergleiche, war die Situation in Syrien für mich besser. Mein Vater hat gearbeitet, finanziell ging es uns sehr gut. Aber seit dem Krieg ist Deutschland besser. In Deutschland bin ich zufrieden, das könnte ich in Syrien mit dem Krieg nicht sein.
Jana: Was ist der größte Unterschied zwischen Deutschland und Syrien?
Malak: In Syrien ist ein Großteil der Bevölkerung muslimisch, hier sind die meisten Leute Christen, aber das macht keinen Unterschied für mich.
Jana: Hast du vor, wieder zurück nach Syrien zu gehen?
Malak: Das ist schwierig. Man weiß nicht, wann der Krieg endet und selbst nach dem Krieg wird Syrien viel Zeit brauchen, um sich zu erholen. Die ganzen Gebäude sind zerstört. Ich würde gerne zurück, Syrien ist meine Heimat, aber im Moment kann ich darüber nicht nachdenken. Aber vielleicht, wenn die Situation in Syrien wieder besser geworden ist.
Jana: Welche Hilfen hast du bei deiner Ankunft bekommen und welche fandest du am Hilfreichsten?
Malak: Ich habe so viel in Deutschland bekommen, ich kann gar nicht alles aufzählen. Sie haben uns eine Wohnung zur Verfügung gestellt, wir erhalten Geld vom Staat. Wir bekommen so viele Dinge, die wir in einem arabischen Land niemals hätten bekommen können. Nach dem Krieg in Syrien haben wir fast alles verloren, aber hier in Deutschland gibt man uns die Chance, von vorne zu beginnen.

Jana: Welche kulturellen Unterschiede sind dir aufgefallen?
Malak: Das Essen ist ganz anders. In Syrien essen wir andere Sachen als in Deutschland.
Jana: Ist noch etwas anders?
Malak: Die Unterscheide in der Religion. Aber in Syrien hatte ich auch 14 christliche Mädchen in meiner Klasse. Ich denke aber, dass der Unterschied in der Religion kein Unterschied zwischen Menschen ist. In Syrien haben wir auch die christliche Religion akzeptiert.
Jana: Wie wünschst du dir, dass die Lehrer mit dir umgehen?
Malak: Die Lehrer in Deutschland behandeln mich wie eine ganz normale deutsche Schülerin. Aber wenn ich nachfrage, erklären die Lehrer es so, dass ich es verstehe.
Jana: Findest du es gut, dass du schnell im deutschen Unterricht dabei warst oder hättest du lieber mehr Unterricht auf Arabisch gehabt?
Malak: Nein, ich finde es gut, dass ich nur ein Jahr lang einen Deutschkurs besucht habe und dann im normalen Unterricht dabei sein durfte. Im Deutschkurs sind aber auch viele Schüler, die wie ich nicht so gut Deutsch sprechen. Ich sollte Deutsch von den deutschen Schülern lernen.
Jana: Wie könnte man dir das Schulleben erleichtern?
Malak: Zum Beispiel, indem man Nachhilfe bekommt. Das hilft. Im deutschen Unterricht brauche ich oft viel Zeit, bis ich etwas verstehe. Es wäre gut, wenn ich es nochmal erklärt bekommen würde.

Jana: Direkt im Unterricht?
Malak: Nein, nach dem Unterricht, denn im Unterricht muss ich auch aufpassen, um mitzukommen.
Jana: Was wünschst du dir von deinen Mitschülern?
Malak: Meine Mitschüler sind alle nett zu mir. Es hilft mir, wenn sie mir Fragen zum Unterricht beantworten.
Jana: Welches Schulsystem findest du besser?
Malak: Das Schulsystem in Deutschland finde ich besser. In Syrien muss man vor allem auswendig lernen, man lernt dann nicht so viel und vergisst das Meiste schnell wieder. Deswegen bevorzuge ich das deutsche Schulsystem.
Jana: Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
Malak: Ich würde gerne Medizin studieren, ich hoffe, dass ich das machen kann. Alle Schüler meiner alten Klasse in Syrien wollten Medizin studieren und das ist auch mein großer Wunsch.

 

Malaks Fragen an uns
Malak: Was wisst ihr über Flüchtlinge?
Jana: Nicht besonders viel. Man hat zum Beispiel in der Schule nicht wirklich darüber geredet und nur durch die Nachrichten etwas darüber erfahren. Nach unserem Projekt haben wir aber jetzt alle einige Informationen über die Gründe für die Flucht und was das für die Menschen bedeutet.
Malak: Habt ihr Freunde, die Flüchtlinge sind und wenn ja, wie denkt ihr über sie?
Sami: Nein, aber wir hatten einen Flüchtling in der Klasse, Omar, mit dem ich mich sehr gut verstanden habe.
Malak: Was denkt ihr über die Unterschiede zwischen der arabischen und der deutschen Kultur?
Jana: Ich denke, dass es zwar Unterschiede gibt, aber das das kein Problem ist. Wenn beide die andere Kultur respektieren, können sie meiner Meinung nach gut zusammenleben.
Malak: Was denkt ihr über die syrischen Schüler am Burg Gymnasium?
Anne: Ich finde es gut, dass Flüchtlinge an unserer Schule die Möglichkeit haben, Deutsch zu lernen. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr schwer für sie ist.

Interview von: Anne Hartmann (MSS 11), Jana Moldenhauer (10c), Sami Kurtuldu (10c), Ina Knieriemen (MSS 12), Nina Geyer (MSS 12)

 

 

Interview Nr. 2 mit Malak Al Sharoaa, MSS 12

Reporter: Wie lange bist du schon in Deutschland?
Malak: Heute vor genau zwei Jahren bin ich in Deutschland mit dem Flugzeug angekommen. (14.09.2015)

Reporter: Wie war dein Leben vor dem Krieg im Vergleich zu jetzt?
Malak: In Syrien war unsere generelle Situation besser. Allerdings ist die politische Situation in Deutschland viel besser. Verglichen mit dem Leben im Krieg, ist das Leben hier natürlich tausende Male schöner.

Reporter: Was hast du vor dem Krieg in deiner Freizeit gemacht?
Malak: Die meiste Zeit habe ich gelernt, da ich auf einer Eliteschule war. Heute lerne ich immer noch die meiste Zeit.

Reporter: Was fällt dir hier in Deutschland am schwersten?
Malak: Eigentlich habe ich nur mit der Sprache Probleme. Die Themen in der Schule beherrsche ich eigentlich, nur kann ich mein Wissen nicht anwenden, wenn ich die Sprache nicht vollständig sprechen kann.

Reporter: Fühlt ihr euch in Deutschland willkommen oder eher abgelehnt?
Malak: Die meisten Menschen in Deutschland sind sehr nett zu uns. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie in allen Völkern der Erde, aber größere Probleme mit Rassismus oder anderer Art von Diskriminierung hatten wir noch nicht.

Reporter: Hast du noch Kontakt zu alten Freunden oder deiner Familie?
Malak: Natürlich habe ich noch Kontakt zu meiner Familie, allerdings ist es nicht so oft möglich, da es in Syrien schwer ist, einen Internet-Hotspot zu finden.

Reporter: Kannst du dir vorstellen, dass der Krieg in der nächsten Zeit vorbei sein könnte und ist es für dich vorstellbar, wieder nach Syrien zu ziehen?
Malak: Ich denke, dass es noch ein paar Jahre braucht, bis der Krieg zu Ende ist. Und selbst wenn es keine Kämpfe mehr geben sollte, ist Syrien immer noch ein komplett zerstörtes Land, in dem man nicht leben kann. Also eher nicht.

 

Malak fragt uns:

Malak: Was wusstet ihr schon über die Flüchtlinge, bevor ihr in dieses Projekt kamt?
Gruppe: Wir wussten im Grunde nur, dass in den letzten zwei Jahren viele Flüchtlinge übers Mittelmeer und die Balkanstaaten zu uns gekommen sind. Aber genaue Informationen zu Verfahren oder anderen Dingen hatten wir nicht.

Malak: Was denkt ihr über die Unterschiede zwischen der europäischen und der arabischen Kultur?
Gruppe: Solange man sein Gegenüber mit seiner Kultur nicht belästigt, gibt es keinen Grund, sich über die andere Seite zu beschweren. Wenn man sich gegenseitig respektiert und akzeptiert, gibt es keine Probleme.

Malak: Was waren eure anfänglichen Gedanken, als die ersten Flüchtlinge kamen?
Gruppe: Wir hatten zu Anfang ja noch gar keine Informationen, wodurch natürlich viele Fragen aufkamen. Wer ist das? Wo kommen sie her? Doch nach und nach lernt man diese Leute natürlich kennen und sieht sie dann eben auch als ganz normale Menschen.

Malak: Was denkt ihr, wenn ihr eine muslimische Frau mit Kopftuch auf der Straße seht?
Gruppe: Im ersten Moment nichts. Doch wenn man etwas mehr darüber nachdenkt, fragt man sich, ob diese Frauen die Kopftücher freiwillig tragen.

Wir hoffen, Sie konnten sich mit diesen Interviews ein paar Eindrücke verschaffen, sodass Sie nun sensibler mit diesem Thema umgehen und Vorurteile vermeiden.

Interview von: Anton Mittermüller (10a), Fabio Appelshäuser (9a), Paul Hartmann (9a), Felix Neu (9a), Lukas Weilacher (9a)

 

 

Interview Nr.3 mit Somar Alshaher, Klasse 9:

Gruppe: Hallo, Somar.
Somar: Hallo!
Gruppe: Wo in Syrien hast du früher gelebt?
Somar: In der Stadt Dier Alzour, in der Nähe von Aleppo.
Gruppe: Wie und mit wem hast du dort gelebt?
Somar: Ich habe mit meinen Eltern, meinem Bruder und meiner Schwester in einem großen Haus gewohnt.
Gruppe: Habt ihr euch dort sicher gefühlt und dort auch sicher gelebt?
Somar: Bis der Krieg ausgebrochen ist, haben wir immer in Sicherheit gelebt.
Gruppe: In welchem Jahr wart ihr von dem Krieg betroffen bzw. deine Heimat?
Somar: Unsere Heimatstadt war im Jahr 2009 betroffen, deshalb sind meine ganze Familie und ich 2015 geflohen.

Gruppe: Wann bist du in Deutschland angekommen?
Somar: Wir sind am 15. August 2015 nach einem Monat Flucht in Deutschland angekommen.
Gruppe: War es schwer für dich, deine Freunde in Syrien zurückzulassen? Hast du sie seitdem wieder gesehen?
Somar: Ja, ich habe viele Freunde zurückgelassen und habe sie leider nicht mehr gesehen, das ist das Traurige an der Flucht.
Gruppe: Wie genau ist deine Flucht abgelaufen? Mit welchen Verkehrsmitteln?
Somar: Von Syrien aus sind meine Familie und ich bis zur türkischen Grenze zu Fuß gelaufen. Anschließend mit dem Schiff von der Türkei nach Griechenland und in Griechenland mussten wir 40km zu Fuß weiterlaufen. Von dort aus sind wir mit dem Bus nach Deutschland gefahren.
Gruppe: Ist euch auf dem Weg etwas passiert?
Somar: Ja, in Serbien mussten wir unser ganzes Gepäck zurücklassen.
Gruppe: Wie hast du dich während des Krieges gefühlt?
Somar: Ich hatte Angst und fühlte mich bedrückt.

Gruppe: Und wie hast du dich nach deiner Ankunft in Deutschland gefühlt?
Somar: Ich war erleichtert und zufrieden, weil ich endlich dem Krieg entkommen bin und ich in Frieden leben kann.
Gruppe: Hast du schon seit deiner Ankunft in Deutschland in Kaiserslautern gewohnt?
Somar: Zuerst in Lehbach, anschließend in Kusel, in Mainz und dann in Kaiserslautern. Wir haben dort immer in Flüchtlingsheimen gelebt.
Gruppe: Bist du sofort zur Schule gegangen als du nach Deutschland gekommen bist?
Somar: Nein, erst nach 6 Monaten.
Gruppe: Wie haben sich die Mitschüler und Lehrer dir gegenüber verhalten?
Somar: Die Lehrer und Mitschüler waren alle sehr nett und aufmerksam.
Gruppe: Hast du hier auch schon Freunde gefunden?
Somar: Ja, ich verstehe mich mit vielen gut, aber da ich die deutsche Sprache noch nicht gut beherrsche, fällt es mir oft schwer!

Gruppe: Ist es schwer für dich, dem Unterricht zu folgen und mitzuarbeiten?
Somar: Ja ein bisschen, aber ich hole alles zu Hause nach und bemühe mich, so gut wie möglich mitzukommen.
Gruppe: Hast du noch extra Deutschunterricht?
Somar: Nein, anfangs hatte ich ganztags, aber inzwischen bin ich immer im regulären Unterricht mit dabei.
Gruppe: Heißt das, dass du jetzt normal benotet wirst?
Somar: Nein, ich bekomme noch keine Noten.
Gruppe: Was wünschst du dir von deinen Mitschülern in Deutschland?
Somar: Dass sie mir helfen und mich unterstützen.
Gruppe: Wie viele Jahre warst du in Syrien in der Schule?
Somar: In Syrien war ich 7 Jahre in der Schule und hier gehe ich seit 2 Jahren zur Schule.

Gruppe: Gibt es viele Unterschiede zwischen der deutschen und der syrischen Schule?
Somar: Bei uns gibt es kein Gymnasium, sondern nur eine gemischte Schule. Außerdem sind die Lehrer in Syrien viel strenger. Wenn jemand etwas nicht verstanden hat, wird es nie wiederholt.
Gruppe: Wie groß sind die Klassen in Syrien?
Somar: Wir waren zwischen 30 und 40 Schülern in einer Klasse.
Gruppe: Sind die Klassen gemischt, also Jungen und Mädchen zusammen?
Somar: Bis zur 6. Klassen waren wir gemischt, aber danach waren wir getrennt. Von der siebten bis zur neunten Klasse waren wir auf der gleiche Schule, aber in getrennten Klassen und von der zehnten bis zur zwölften Klasse sind Mädchen und Jungen auf getrennten Schulen.
Gruppe: Gibt es auf den getrennten Schulen auch Lehrer vom anderen Geschlecht?
Somar: Ja, wir hatten viele weibliche Lehrerinnen.
Gruppe: Welche Sprachen werden angeboten?
Somar: Man kann Englisch und Französisch lernen, die Fächer sind in beiden Ländern gleich, der Unterschied liegt darin, dass nur der Islam als Religion unterrichtet wird.

Gruppe: Hast du schon Pläne für deine Zukunft?
Somar: Ja, ich möchte mein Abitur in Deutschland machen und auch Architektur studieren.
Gruppe: Was stellst du dir noch für deine Zukunft vor? Möchtest du hier bleiben und eine Familie gründen?
Somar: Ich kann mir gut vorstellen, meine Familie hier zu gründen, aber vielleicht möchte ich, wenn der Krieg vorbei ist, wieder zurück nach Syrien.
Gruppe: Ist es für dich komisch, dass viele Frauen/Mädchen in Europa kein Kopftuch tragen?
Somar: Nein, es ist ihre Sache, ob sie eins tragen wollen oder nicht. Es gehört nur zu unserer Religion, es ist jedoch nicht Pflicht eins zu tragen, man kann frei wählen.
Gruppe: Tragen deine Schwester und deine Mutter ein Kopftuch?
Somar: Nein, nur meine Mutter, meine 12-jährige Schwester trägt keins.

 

Somar stellt uns seine Fragen:
Somar: Was wisst ihr über Flüchtlinge?
Gruppe: Wir wissen, dass die meisten Flüchtlinge zurzeit aus arabischen Ländern kommen, wie Syrien oder Irak, die in ganz Europa untergebracht werden. Viele fliehen aber auch in ihre Nachbarländer. Außerdem wohnen viele Flüchtlinge nach ihrer Ankunft, in Flüchtlingsheimen. Sie brauchen aber eine deutsche Staatsbürgerschaft, um weiter in Deutschland leben zu dürfen.
Somar: Habt ihr Freunde, die Flüchtlinge sind?
Gruppe: Ja, ich habe Freunde aus dem Libanon und Syrien, die geflohen sind. Außerdem gehe ich regelmäßig in die Moschee und kenne daher viele Flüchtlingsfamilien, mit denen ich mich angefreundet habe.
Mein Patenonkel hat einen Flüchtling aus Afghanistan adoptiert, wir treffen uns regelmäßig mit ihm.
Somar: Kennt ihr die Unterschiede zwischen der deutschen und der arabischen Kultur?
Gruppe: Ich weiß, dass in der arabischen Kultur Religion eine größere Rolle spielt und die Menschen dort im Allgemeinen religiöser sind. Die deutsche Kultur ist christlich geprägt, allerdings gibt es auch viele mit anderen Religionen oder viele, die Atheisten sind.
Somar: Was waren eure Gedanken, als die ersten Flüchtlinge in eurer Schule angekommen sind?
Gruppe: Zuerst war uns alles fremd, allerdings gewöhnten wir uns schnell dran. Wir wurden wenig aufgeklärt, was wir schade fanden, da wir gerne mehr über die Kultur und die Menschen lernen würden.

Danke Somar für das interessante Interview, wir sind froh mehr über dich und deine Kultur kennengelernt zu haben!

Interview von: Arber Lahi (10a), Omar Salam (10d), Cléa Demmerle (10a) , Paula Galjasevic (MSS 11), Agnes Kyamulesere Capassa (MSS 11)