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Habt Mut zur Langeweile!

Wenn die Eltern erzählen, dass sie früher kein Handy hatten, reagieren die meisten nur mit einem müden Achselzucken. Was bedeutet das schon. Gar nichts. Oder auch alles. 

Denn für viele bedeutet das Smartphone heute die ganze Welt und schon wenige Stunden, in denen die fiese Pausenaufsicht selbiges einkassiert hat, gleichen einem kalten Heroin-Entzug. 

Ob TikTok, youtube, Whatsapp, Instagram – längst sind die sozialen Medien eine eigene Welt geworden, ohne die sich viele ihr Leben gar nicht mehr vorstellen können oder wollen. Viele Apps erfreuen und erleichtern heute unser Leben ungemein, sei es Musik, Streaming, Fahrpläne der Bahn, McDonaldsgutscheine, Fitnesscoaching oder sonstiges. Ein Zurück zur handylosen Zeit? Auf keinen Fall.

Doch es gibt auch andere Seiten. Seiten, in denen bedrückende Bilder und Nachrichten aus aller Welt einen überfluten, in welchem man sich nach nur einem kurzen Moment sehnt, in dem einem keine Schreckensbilder bis in die nächtlichen Träume verfolgen. Oder einen kurzen Moment, in dem man einfach mal mit sich allein sein will und nicht hunderte Nachrichten beantworten will. Dieses ständige Präsent- und Verfügbarsein einfach mal einen kurzen Moment anhalten möchte. 

Viele setzten deshalb auf einen temporären Medienverzicht, auch Digital Detoxing genannt. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange man auf das Smartphone verzichtet und auch nicht, ob man sich nur von bestimmten Apps fernhält. Man muss also nicht automatisch auf sämtliche Bequemlichkeiten verzichten und sich wieder Fahrkarten am Automaten ziehen, den CD-Player aus dem Keller holen oder zu einem verstaubten Lexikon greifen. 

Was das ganze bringen soll? Nun, probiert es doch einfach einmal aus. Auch wenn ihr euch zunächst vielleicht tödlich langweilt. Denn bekanntlich entstehen in den scheinbar langweiligsten Momenten oft die kreativsten Ideen. „Langeweile ist (…) was richtig Gutes. Da kann richtig was entstehen, was vorher nicht da war“, so auch Psychologin Sandra Waeldin. 

Also: Habt Mut zur Langeweile! Wir freuen uns zu hören, wie es euch dabei erging!

Eure Perspektive

Bild: Sophie Nittmann