Bericht des Schulsanitätsdienstes über das Jahr 2018

Das Jahr 2018 ist das letzte repräsentive Jahr vor der Corona- Pandemie und soll uns daher zur Ermittlung der Daten dienen. 

Von 180 Schultagen innerhalb diesen Jahres können wir 100 Einsatzprotokolle auswerten. 98 Schüler haben uns aufgesucht, während nur zwei Lehrkräfte unserer Hilfe bedurften. Wir möchten auch gleich vorwegnehmen, dass diese Fälle glimpflich ausgingen und wir die Lehrkräfte beide wieder in den Unterricht entlassen konnten.

Zielsetzung unseres schulinternen Sanitätsdienstes ist es, Unfälle und Verletzungen in unserer Schulgemeinschaft aufzufangen und durch geschulte Sanitäter soweit zu behandeln, dass die Schüler wieder zurück in den Unterricht können, oder gezielte und schnelle Hilfe durch den Rettungsdienst möglich wird.

Unser Team der Schulsanitäter besteht aus 16 Schülern, die sich in freiwilligen Fortbildungen an Wochenenden und auch in eigenen Erste- Hilfe- Kursen weitergebildet haben. Dazu gehören regelmäßige Treffen mit anderen Schulen, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen, sowie regelmäßige Schulungen durch ehrenamtliche Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, die uns in ihrer Funktion als Ausbildungsleiter auf ein hohes Ausbildungsniveau verholfen haben. So dürfen wir nun stolz auf den zweiten Platz beim Bundeswettbewerb für Schulsanitäter sein. Nicht vergessen möchten wir hier die unermüdliche Antriebskraft und Organisatorin dieser Arbeitsgemeinschaft, unsere Lehrkraft Frau Brennfleck.

Ein reibungsloser Ablauf bei den Einsätzen erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Verantwortung, die Sanitäter müssen sich oftmals Unterrichtsstoff selbst erarbeiten, da sie sich um ihre Mitschüler gekümmert haben. Es sind Nachbereitungen und Besprechungen nötig, sowie eine Einsatzplanung, da Schüler nicht aus Kursarbeiten herausgerufen werden können. Das funktioniert nur durch gute Absprache und ein vertraulicher Umgang miteinander

Wie bereits angemerkt, konnten wir 2018 einhundert Protokolle auswerten, und nun einige Fakten vorlegen. Unser Ziel, Mitschülern soweit Erste Hilfe zu leisten, dass sie danach wieder unterrichtsfähig sind, haben wir in 66,6 % der Fälle erreicht. Lediglich 4% der Schüler waren so stark verletzt, dass wir den Rettungsdienst alarmieren mussten. Diese jedoch konnten durch unsere geschulten Sanitäter mit einer adäquaten mündlichen Übergabe des Geschehens, erstversorgt und auf den Transport vorbereitet an den Rettungsdienst übergeben werden. Wir sehen dabei eine Unterstützung für die Lehrkräfte, die oftmals mit dem Unterricht fortfahren können, und eine Schutzmaßnahme für alle anwesenden Schüler.  Verbleibende 29,4% der Schüler übergaben wir in die Hände der Eltern.

Bei der Verteilung nach Einsatzart zeigt sich, dass Sportverletzungen mit 24% und Wunden mit 19% bereits 43%, also fast die Hälfte der Einsätze ausmacht. Hier möchten wir anmerken, dass gerade diese Einsätze mit einem hohen Materialaufwand einhergehen. Tape, Binden, Verbandsmaterial, Wundschnellverbände und Kühlakkus nutzen wir ökonomisch, allerdings liegt es in der Sache begründet, dass der Aufwand hoch ist. 

Kritische Kreislaufzustände verzeichnen wir oftmals bei Schülern, die zu wenig gegessen oder getrunken haben bei gleichzeitiger körperlicher Anstrengung durch Prüfung oder Sport, alternativ auch bei Schülern, die sich ordnungswidrig in einen zugefrorenen Teich begeben. Diese Einsätze sind zeitlich sehr aufwändig, benötigen allerdings vergleichsweise wenig Material. Die Mitschüler müssen langsam und behutsam aufgebaut werden, ein lebensbedrohlicher Notfall muss dabei jederzeit erwartet werden, weshalb es nicht ausreicht, nur einen Sanitäter vom Unterricht zu befreien. Die Handlungskompetenz wäre dann für den Notfall nicht mehr gewährleistet.

Psychische Notfälle können nur in die elterliche Obhut oder den Rettungsdienst entlassen werden. Wir sehen in der Entwicklung einen Anstieg der psychischen Notfälle und erwarten durch die aktuelle Pandemie auch in den kommenden Monaten vermehrt Mitschüler, die unserer Hilfe bedürfen.

Glücklicherweise gibt es einen großen Anteil mit 28%, den wir unter „kleinere Wehwechen“ verbuchen. Gerne machen wir mal ein Pflaster auf Schnitt- und Schürfwunden, ziehen Splitter, kühlen Beulchen und stehen mit unserer Fürsorglichkeit der Schulgemeinschaft zur Seite. Wir trösten, wir geben verirrten Schulneuankömmlingen wieder Orientierung, da wir die letzten in den Fluren sind. Wir sind da. Gerne auch für Lehrkräfte.

Was wir mit unserer Persönlichkeit nicht kurieren können, sondern an Material verbrauchen, erhalten wir dankenswerterweise vom Malteser Hilfsdienst, vom Schulförderverein und der Schule. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen dafür herzlich bedanken.

Benjamin Bath (Einsatzleiter SSD)