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Zwischen Sockenpuppe und Tod: Ein gelungener Theaterbesuch aus Großbritannien

“Can some of you please be a scary wind!?”Mit klapperndem Donnerschlag beginnt die etwas andere Inzenierung der Tragödie “Macbeth” von William Shakespeare. Danach bricht alles aus der gewohnten Reihe: Es wird schnell klar, dass dies kein gewöhnlicher Theaterauftritt wird.

Das Publikum soll erst nach Aufforderung der zwei Schauspieler selbst Atmosphäre erzeugen; zu unserer Überraschung werden sogar manche auf die Bühne geholt, um Rollen einzunehmen.

Figurenwechsel ist hier ständige Pflicht. Die Stimmung dieser berühmten Tragödie schlägt sich nicht selten ins Komödiantische um. In der insgesamt sehr amüsanten und für Schüler leicht zugänglich gemachten Adaption wird mit einer großen Brandbreite von Effekten hantiert: Von Liederparodien bis hin zu Sockenpuppen fand die Regisseurin allerlei Wege, um die Genialität Shakespeares auf kreative Art widerzuspiegeln.

Zwar gab es viele Verkürzungen, Szenen wurden ganz ausgelassen oder durch bloße Erklärungen zusammengefasst–Schlüsselszenen und Elemente des Stücks blieben jedoch bestehen. Die erhebliche Fähigkeiten der kleinen, aber feinen Schaupielertruppe wurden durch die Kargheit ihrer Requisiten keineswegs beeinträchtigt: Vielmehr wird ihre Kunst, wie zu Zeiten Shakespeares, dadurch nur noch verstärkt; ihre minimalistischen Kostüme sind charmant an die Atmosphäre angepasst.

In ihren Schlüsselrollen als loyaler Königsoldat Macbeth, der nach einer Prophezeiung von drei mysteriösen Hexen, die ihm die Krone versprechen, mit seiner wachsenden Ambition ringt, und Lady Macbeth, die ihn letztlich zur Ermordung des Königs treibt, wird das Drama vor der Kulisse des alten Schottlands von Sophie Haas und Tom Halton überzeugend präsentiert.

Der wachsende Wahnsinn des Paars und ihre erzwungene Doppelzüngigkeit fesselt in den wichtigsten Momenten immer wieder; beispielweise bei der plötzlichen Erschütterung Mathbeths nach seiner Siegeseuphorie während seiner dubiosen Herrschaft, als er von dem Tod seiner Frau erfährt.Auch die Hilfe der spontan gewählten “Rekruten” leuchtete positiv hervor. Trotz kurzfristiger Ausstattung mit Requisiten und vorgesagtem Text entwickelten alle “Auserwählten” eine lobenswerte Bühnensicherheit. Sogar die etwas scheueren Schüler nahmen immer größere Wagnisse auf sich: Als beim Endkampf Macbeths tyrannische Herrschaft durch einen Schwertstoß des Rivalen Macduff beendet werden werden soll, führt der sonst eher zurückhaltende Helfer seine Tat überraschend rücksichtslos aus.

Es wurde während des Stückes oft gelacht; Lehrer und Schüler bewerteten die Aufführung nach der Vorstellung mit überwiegend positivem Feedback. Eine kleine Fragenrunde am Ende war auch sehr spannend und aufschlussreich, um ein “Blick hinter die Bühne” werfen zu können. Wer interessiert ist, kann ein unter diesem Artikel einem Eindruck davon verschaffen. Dort wurde alles mögliche von Schauspielschule bis hin zu der Frage, was Schauspieler essen, beantwortet. Sicher ist: Wer nicht bei der Aufführung von “Macbeth” war, hat etwas verpasst.

Q&A

-Was isst man in Großbritannien zum Frühstück?Normalerweise nichts, weil die Zeit für ein gutes britsches Frühstück meistens nicht ausreicht. Bei uns wird generell sehr häufig Fish & Chips gegessen, aber auch Amerikanisch und Asiatisch. Der deutsche Frühstück gefällt uns auch sehr gut.

-Macht ihr das Vollzeit? Ist das ein schwieriger Job?Ja, dass ist ein Vollzeitjob. Man bekommt das aber nicht einfach so. Dass ist eigentlich sehr rar, einen solchen Job zu kriegen, da muss man sich 100% sicher sein, dass man das machen möchte. Es ist schwer, macht aber sehr viel Spaß.

-Wie mögt ihr Kaiserslautern?(Tom) Es ist kein schlechter Ort, also die Mall zum Beispiel gefällt mir sehr gut.

-Was ist eure Lieblingsszene aus dem Stück “Macbeth”?

(Tom) Es gibt so viele, da kann man sich schwer entscheiden. Der Monolog von Macbeth, als er seine Frau verliert und damit auch seine komplette Lebenslust war für mich sehr eindrucksvoll.-Könnt ihr oft improvisieren?Bei Shakespeare nicht. Sonst auf jeden Fall, es kommt immer auf die Situation an.

-Was ist das dümmste, was euch bei einer Aufführung passiert ist?

(Sophie) Ich habe einmal bei einer Aufführung meinen Text gesagt, bin umgedreht und wollte weglaufen—da stieß ich prompt gegen eine Stange, die als Requisite aufgebaut war!

(Tom) Ich war 9 Jahre alt und hatte einen Auftritt, bei dem ich etwas singen sollte. Ich trug den Lied lauthals vor und versuchte die Blicke des Publikums zu ignorieren. Erst später merkte ich, dass meine Hosenklappe aufgwesen war. Natürlich haben alle mal ihren Text auf der Bühne vergessen. Am Anfang fühlt sich das immer sehr schlimm an, aber man lernt immer besser, damit umzugehen.

-Wusstet ihr schon von Anfang an, dass ihr eine Arbeit im Theater machen wolltet?

(Tom) Ja, eigentlich schon, also ungefähr ab der 9ten Klasse.

-Lest oder schaut ihr lieber Shakespeare?

(Sophie) Natürlich wurden die Stücke geschrieben, um insziniert zu werden. Solche Nerds wie ich lesen es aber aber auch sehr gerne.

Notiz: Entschuldigt die Verspätung des Artikels, da der Auftritt schon einige Monate her ist.