Coronaproblem

Der Zug wurde langsamer und ich stand auf. Ich ging zur Tür und wartete, bis sie sich öffnete. Mit einem Quietschen und Ruckeln hielt der Zug. Die Tür ging auf und ich trat aus dem Zug. Ich hoffte, ich würde den frühen Bus um 7:55 Uhr bekommen, damit ich in der Uni mit meinen Freunden noch etwas plaudern konnte. Ich ging also schneller und und war kurz davor, die Treppe des Hauptbahnhofs hinunter zu steigen, als mich jemand ansprach. Also drehte ich mich um und sah einen Mann, der mir eine Maske entgegenhielt und sagte: „Hier, nimm diese Maske. Die sieht fast aus wie eine echte, ist aber 100% durchlässig.“

Ich antwortete etwas gereizt, da ich in Eile war: „Bist du einer von den Querdenkern, der Corona leugnet?“ Er bestätigte diese Aussage, meinte aber: „Wir wissen doch alle, dass das alles fake ist. Hier die Maske. Wenn du noch eine zweite kaufst, bekommst du zu der ersten noch eine dritte dazu geschenkt !“ 

„Ach ! Lass doch den Unsinn! Corona ist halt etwas, womit man klarkommen muss! Die Masken kannst du am besten direkt in den Müll werfen. Die bringt eh nichts!“, widersprach ich diesem Kerl, der mir diese Maske andrehen wollte. Er ließ allerdings nicht locker, woraufhin ich die Maske nahm und fortging. Ich war so richtig wütend, woraufhin ich die Maske auf den Boden warf. 

„Hey, das darf ja nicht wahr sein!“  Hinter mir hörte ich ein Gebrüll, fühlte mich allerdings nicht angesprochen und hastete weiter, da ich fast an der Haltestelle war. Erst als ich am Arm gepackt wurde, drehte ich mich erschrocken um. Hinter mir stand ein junger Mann mit hochrotem Gesicht. Es war allerdings nicht der Querdenker, sondern ein Bartträger, der eine Baumwollfahne drohend auf und abschwenkte. „Hast du denn kein Umweltgewissen und wirfst ein Stück Plastik einfach auf den Boden? Weißt du, wie lange es laut Greenpeace dauern wird, bis dieser Plastik verrotten wird, wenn er nicht gleich die Weltmeere verschmutzt, von den Delphinen gefressen wird, die elend daran zugrunde gehen. …“ 

Nun erkannte ich den FridaysForFuture-Schriftzug auf seiner bunt bemalten Flagge.

Hatten sich denn alle Aktivisten dieser Welt gegen mich verschworen? – Es half alles nichts, um doch noch den Bus zu erwischen, rannte ich zurück, packte die Fake-maske, über die schon einige Passagiere getrampelt waren, um sie in den nächsten Mülleimer zu werfen. Ich rannte zurück zur Bushaltestelle – … und sah nur noch, wie mein Bus anfuhr. 

„Ach! So ein Mist!“, murmelte ich vor mich hin. Doch was war das, – der Bus stoppte und ich konnte doch noch einsteigen. 

Ich konnte mein Glück kaum fassen und wurde von der Busfahrerin mit freundlichem Lächeln begrüßt: “Ich habe im Rückspiegel gesehen, dass du Müll aufgehoben hast, den irgendjemand weggeworfen hat. Sehr vorbildlich, dass in der Coronazeit trotzdem noch jemand an die Umwelt denkt!“ 

Liam Schmidt, Miles Anstätt, Tamir Chromey, Luca Greif, Klasse 8

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