Netflix: Eine Erfolgshistorie, die einzig und allein auf Geschick basiert

Info: Was ist Netflix?

Netflix ist ein amerikanischer Konzern, der einer Vielzahl von Menschen weltweit ein großes Angebot an Filmen und Serien zukommen lässt. Das ganze geschieht über das Internet, man schließt ein Abonnement ab, für welches man monatlich zahlt und hat dann durch Mausklick Zugriff auf tausende TV-Produktionen, die sowohl von bekannten TV-Pionieren wie „BBC“ kommen, als auch auf Formate, die von Netflix selbst kommen. Das gesamte Angebot ist immer auf Abruf verfügbar, es gibt keinen geregelten Sendeplan wie im klassischen TV, nachdem man sich richten muss. Benötigt wird für das Programm ein Internetzugang, ein Mobilgerät oder ein Fernseher und ein wenig Kleingeld, das man bereit ist, auszugeben. 

Jeden Tag fesselt der amerikanische VideoOnDemand-Dienst „Netflix“ Millionen Zuschauer an die Glotze. Ob man dabei aufs Smartphone, aufs Laptop oder auf den Fernseher glotzt ist völlig egal, denn überall herrscht ein riesiges Angebot an Filmen und Serien, welches sowohl Eigenproduktionen, als auch Produktionen von Drittanbietern enthält. Das alles zu einem fast schon utopisch gering geratenen Preis, bei dessen Anblick den Konkurrenten die Haare zu Berge stehen.

Aber wie lautet eigentlich die Erfolgshistorie, die hinter dem amerikanischen Riesen steckt? Oder, um die Frage präziser zu formulieren: Wie schafft es Netflix, immer zum richtigen Zeitpunkt die neuesten Innovationen und Serienformate parat zu halten? Liegt es am Geschick oder ist es einfach purer Zufall? An den Zufall glauben viele Menschen schon lange nicht mehr, das zu Recht!

Denn auch in diesem Fall handelt es sich um keinen Zufall. Die Geschichte des Riesenkonzerns, der als Ablösung des klassischen TV-Programms gilt, ist von jeder Menge Geschick geprägt.

Nun, was heißt denn „Geschick“ genau? Geschick bedeutet in dem Fall Timing, ausgefeiltes Marketing, ein sauberes Unternehmensbild, Geschicklichkeit im Umgang mit Firmenangelegenheiten eben.

Erst Recht scheut man sich bei Netflix nicht, das Image der Firma durch teils radikale Schritte zu beschützen, wie das Handeln des Konzerns im „Fall Kevin Spacey“ schlussfolgern lässt.

Der Kommentar zum „Kevin-Spacey-Skandal“ tagt hier: Serie & Film: „House Of Cards“: Staffel 6 ohne Kevin Spacey?

Zum Aspekt des Timings kann man aus der Konsumentenperspektive sagen, dass Netflix immer zum richtigen Zeitpunkt die richtige Innovation parat hat. Zum Beginn dieses Jahrzehnts, als Netflix noch als Ladenvideothek ordentlich Kasse machte und man kommen sah, dass die klassische Videothek bald aussterben würde, begannen die Tüftler des Konzerns ihr Potenzial an einem neuen Konzept, welches für das digitale Zeitalter bereit sein würde, auszuleben. So entstand das Netflix, wie wir es heute kennen. Der Zeitpunkt zum Beginn dieses Jahrzehnts war perfekt gewählt. Bei einem Großteil der Weltbevölkerung wurden immer schnellere Verbindungen zum Internet verfügbar, die nur darauf warteten, von der neuesten Netflix-Originalproduktion vollkommen ausgeschöpft zu werden. Auch das Ende der klassischen Videothek in Ladenform kam dem modernen Streaminganbieter gelegen, der Mensch der Zukunft ist auf Mobilität, Flexibilität und Professionalität aus. Genau das alles bietet Netflix, mit Verwendungsmöglichkeiten auf großen wie kleinen Gerätschaften, mit Gruppenkonten, bei denen sich die Kosten untereinander aufgeteilt werden können und mit schnellem Kundenservice, bei dem man nicht einmal unbedingt anrufen muss. Einen Tweet auf Twitter abzusetzen reicht meist, um professionelle Hilfe von der anderen Seite der Leitung zu bekommen.

So etwas kann keine altmodische Filmmediathek an der nächsten Straßenecke bieten.

Nun, das sind die Gründe, wieso Riesenkonzern Netflix eine so steile Erfolgskurve in den letzten 20 Jahren, seit es den amerikanischen Riesen gibt, verzeichnet. Aber, gibt es denn auch eine dunkle Seite, abseits dieser soliden Erfolgsstory? Nachdem in den letzten Zeilen nur Positives stand, gibt es jetzt auch ausnahmsweise mal etwas Negatives: Eine dunkle Seite gibt es immer, auch abseits vom Star-Wars-Universum.

Auf Netflix gibt es keine unendliche Anzahl an Verfilmungen und Serien. Wenn man alles konsequent in seiner Freizeit durchschaut, hat man das Programm nach einigen Monaten komplett durch. Natürlich hat man dann jegliches Film- und Serienmaterial geschaut, nicht nur das, was einen interessiert. Aussagen wie „Jetzt habe ich Netflix, jetzt kann ich alles schauen, was ich möchte“ sind also schlicht falsch, Netflix bietet nur ein begrenztes Angebot an Serien bzw. Filmen. Doch, was manchen Leuten noch mehr missfallen mag, ist die Tatsache, dass es keine genaue Angabe und dazu auch keine Garantie gibt, wie lange ein bestimmter Film oder eine bestimmte Serie auf Netflix verweilen wird. Demnach kann es also sein, dass die Rechte für eine Produktion bei Netflix einfach ausgelaufen sind und die Serie oder der Film über Nacht plötzlich verschwunden ist. Ist bestimmt eine schöne Bescherung für den Konsumenten, der dann in ein Seriengeschehen vertieft war und die Serie dann nicht zu Ende schauen kann, weil TV-Rechte abgelaufen sind. Da greift man lieber zu einer DvD oder einer Blu-Ray, die man möglicherweise ein Leben lang besitzt und dessen „Rechte“ nie auslaufen.

Die Kategorie hier heißt „BurgStatement“. Wann machst du denn jetzt endlich dein Statement nach diesem lang geratenen Text, den man zum Thema Erörterung in einer Klassenarbeit hätte schreiben können?

Jetzt. Netflix bietet für einen immens geringen Preis ein großes, aber überschaubares Angebot an, welches sich erfolgreich bemüht, den individuellen Film- und Seriengeschmack jedes einzelnen Kunden weitestgehend abzudecken. Es ist vollkommen klar, dass man keine „All-In-One-Mediathek“ für diesen Preis auf die Beine stellen kann, in der jegliche Filme und Serien angesammelt sind. Das widerspräche nicht nur dem Konzept der Firma, die ganzen Rechte für die einzelnen Produktionen wären unbezahlbar. Der VideoOnDemand-Dienst Netflix sammelt eine gewisse Anzahl an Drittanbieterproduktionen und eine immens hohe Anzahl an Eigenproduktionen, die für die verschiedenen Alters- und Interessengruppen gelungen zugeschnitten sind. Wer dieses Konzept nicht würdigt, bleibt eben von einem Abonnement fern und darf sich die Drittanbieterproduktionen im Free-TV mit 100% mehr Werbung anschauen, denn auf Netflix gibt es keine Werbung. Auch kommt man dann nicht in den Geschmack von zahlreichen, ausgezeichneten Netflix-Eigenproduktionen.

Es bleibt also am Ende übrig, dass die Kritik am Streamingdienst, meiner Meinung nach, nicht gerechtfertigt ist. Netflix geht gut gewappnet in die Zukunft, die uns zahlreiche Möglichkeiten bietet, fern von DvDs und Blu-Rays, die als optisches Medium in allzu naher Zukunft schon keine Rolle mehr spielen werden.

Simon Tritschler, Klasse 9a

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