„Notwehr im Unterricht“

Welcher Lehrer beherrscht die japanische Kunst des Judo?

Lange wurde gerätselt, welcher Lehrerin oder welcher Lehrer an unserer Schule der Kunst des Judo mächtig sei. Logisch wäre natürlich, es handle sich dabei um einen Sportlehrer. Aber alle, die nach dem vulkanischen Verstand gedacht haben, der von Logik geprägt ist, muss ich ausnahmsweise mal enttäuschen. Diesmal geht es nicht nach Spock-Logik, tut mir Leid! Bei unserer Kampfsportlerin handelt es sich nämlich um niemand Geringeren als die wohl hochgeschätzteste Mathe-Lehrerin unserer Schule!! Vorhang auf für die Gewinnerin der Bronze-Medaille bei den Judo-Pfalzmeisterschaften, Frau Brennfleck-Aubart! Die Medaille verwahrt sie bis heute in ihrem mathematischen Künstler-Atelier. Ihr wisst schon, mit Albert-Einstein-Büsten in der Vitrine und so.

Auch, wenn Frau Brennfleck ihr Gelerntes im Judo-Kurs laut eigenen Angaben im Alltag noch nie angewendet hat, sondern lediglich „mehrfach versucht war, Schüler durch einen eleganten Hüftschwung aus der Klasse zu befördern“, geht die Redaktion der Schülerzeitung Perspektive der ganzen Sache natürlich genauer auf den Grund. Zum Beispiel, wieso sie denn Bronze gewonnen hat. Und kein Gold oder Silber.

„Nur Bronze habe ich gewonnen, weil zwei Leute schlicht und ergreifend besser waren als ich.“ –  so die Besitzerin des grünen Judo-Gürtels. Ziemlich langweilig, oder? Ich meine, da waren ja dann nicht mal irgendwelche wettbewerbsfälschenden Doping-Mittel im Spiel, die der Grund für „bloß“ den dritten Platz unserer Mathe- und Physiklehrerin gewesen sein könnten.

Na schön. Kommen wir zur nächsten Frage.

Auf die Frage, wann und durch wen Frau Brennfleck die Judo-Kampfsportart kennengelernt hat, bekommen wir die Auskunft, dass die Naturwissenschaftlerin im Alter von knapp 13 Jahren zum Judo kam. Danach hat sie es noch ca. 2-3 Jahre lang praktiziert. Ganz schön jung, aber desto früher, desto besser! Warum sie allerdings schon so früh mit dem japanischen Leidenschaftssport aufgehört hat, verstehen wir nicht. Es sei denn, sie hat die Zeit effizient genutzt, um sich ihrer Karriere als Naturwissenschaftlerin (und Lehrerin) zu widmen und infolgedessen mit ihren wissenschaftlichen Beiträgen die Welt, so wie wir sie kennen, zu bereichern.

Am Anfang schrieb ich, unsere geschätzte Lehrerin hat das Judo noch nie im Alltag angewendet. Aber ist ihr denn dann überhaupt irgendwas nach all den Jahrzehnten geblieben, seitdem sie das Handtuch aus Gründen, sich der komplizierten Naturwissenschaft der Mathematik zu widmen, geschmissen hat? „(…), ist die Tatsache, dass ich bei einem Sturz immer noch so hinfalle, wie ich es damals gelernt habe. Ich tue mir also selten weh dabei“ – das ist Frau Brennfleck also vom Judo-Kurs übrig geblieben. Finden wir gut, denn wer schon unangenehm hinfällt, dem sollten wenigstens die unangenehmen Schmerzen danach erspart werden.

„Fallen ist weder gefährlich noch eine Schande. Liegenblieben ist beides.“ – das hat schon Bundeskanzler Konrad Adenauer gesagt und unsere Judo-Gelehrte-Lehrerin verwirklicht genau dieses Zitat. Indem sie dem Fallen seine Gefährlichkeit nimmt, denn sie tut sich dabei erst gar nicht weh und ist nach jedem Sturz bereit, sofort wieder aufzustehen, ganz ohne Schmerz.

Frau Brennfleck for Bundeskanzlerin!

Simon Tritschler, Klasse 9a

Foto: von Gotcha2, gemeinfreie Nutzung, entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Judo