Weckruf aus der Dunkelheit

Ich schaute mit einem Auge auf meinen Wecker. Oh Mist, jetzt hatte ich verschlafen. Ich wollte mich doch mit Lars treffen. Schnell sprang ich aus dem Bett, machte im Bad nur das Nötigste, griff mir meine Klamotten, die ich auf dem Weg zur Haustüre anzog. Ich schnappte mir mein Fahrrad und fuhr los. Der Weg kam mir heute endlos lang vor. Mein Blick fiel immer wieder auf die Uhr. Ich trat noch fester in die Pedale. Endlich angekommen, klingelte ich.

Keine Reaktion!

Ich klingelte noch ein paar Mal, aber wieder nichts.

Ich bemerkte, dass die Tür nicht im Schloss eingerastet war und drückte sie vorsichtig auf. Ich rief nach Lars. Keine Reaktion. Ich rief noch einmal, immer noch nichts. Sehr komisch. Ich ging von Raum zu Raum. Suchte im oberen Stockwerk. Aber auch da, keine Spur von Lars. Plötzlich hörte ich aus dem Keller ein seltsames Scheppern. Ich ging die Treppe nach unten und suchte in der Dunkelheit den Lichtschalter. Vergeblich.

Meine Augen hatten sich mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt. Ich konnte ein paar Umrisse erkennen. Ich tastete mich langsam nach vorne.

Und schon wieder dieses Geräusch, das dieses Mal viel lauter war.

War da etwas hinter mir? Erschrocken drehte ich mich um. Was passierte hier? Schweißperlen standen mir auf der Stirn. Da glaubte ich, etwas vor mir zu erkennen. Ich beugte mich langsam nach vorne, um zu sehen, was es sein könnte, als ich einen dumpfen Schlag auf meinen Kopf spürte. Dann war da nur noch Dunkelheit und ich spürte, wie es feucht unter meinem Kopf wurde. Dann nichts mehr …

Leise. Ganz leise erklang Musik. Ein Lied, das mir bekannt vorkam. Es hörte nicht auf, es spielte und spielte immer wieder. Da. Plötzlich sah ich ein grelles Licht und meine Mutter stand im Zimmer. Sie fragte mich, ob ich nicht endlich einmal aufstehen wolle, der Wecker dudele schon seit einer Ewigkeit immer das gleiche Lied.

Erleichtert stand ich auf. Ich griff mir an den Kopf… nichts. Es war nur ein Traum gewesen.

Mika Scheibe und Finn Steiner, Klasse 8b

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